Die duale Ausbildung

Die duale Ausbildung, auch als betriebliche Ausbildung bezeichnet, ist in Deutschland die meist gewählte Form des Einstiegs in die Berufswelt. Mehr als fünfzig Prozent der Jugendlichen wählen einen der dreihundertfünfzig Ausbildungsberufe und kombinieren somit ihre praktische Ausbildung mit der schulischen Weiterbildung. Die meisten dieser staatlich anerkannten betrieblichen Ausbildungen werden an zwei unterschiedlichen Ausbildungsorten durchgeführt. Im Betrieb werden praktische Kenntnisse, betriebliche Handlungsfähigkeit und Fertigkeiten anschaulich und praxisnah vermittelt, während in der Berufsschule das theoretische Fachwissen erlernt und geprüft wird.

Der Ablauf einer jeden dualen Ausbildung ist abwechslungsreich und informativ gestaltet. Entweder besucht man tageweise die Berufsschule (Teilzeitform) oder der theoretische Teil wird in Blockform abgehalten. Während des schulischen Teils der dualen Ausbildung wird die Allgemeinbildung vertieft, das notwendige fachliche Know-How vermittelt sowie die endgültige Laufbahnberechtigung in Form von Bildungsabschlüssen verliehen. Dies geschieht neben der betrieblichen Arbeit, wo man schnell zum festen Bestandteil eines Unternehmens wird. Die Ausbildung im Betrieb fördert maßgeblich die Charakterentwicklung sowie Entscheidungsfindung und gibt die Möglichkeit erste grundlegende Berufserfahrungen zu sammeln.

Die duale Ausbildung kombiniert Schule und Berufsleben

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Die duale Ausbildung - die richtige Wahl treffen

Alle, die eine duale Ausbildung beginnen möchten, müssen - rein rechtlich gesehen - keine speziellen Voraussetzungen erfüllen. So ist es für eine duale Ausbildung irrelevant, welches Geschlecht, Alter oder welchen Schulabschluss ein Anwärter hat. Prinzipiell kann also jeder Zugang zu diesem Ausbildungssystem erhalten und eine duale Ausbildung durchziehen. Jedoch werden in der Praxis, abhängig von der jeweiligen Berufswahl, bestimmte Mindestanforderungen gestellt. Diese können sich je nach Arbeitsfeld auf einen bestimmten Abschluss, einen Zensurendurchschnitt oder gute Noten in bestimmten Fächern beziehen. Daher sollte man sich früh genug mit seinen Ausbildungswunsch auseinandersetzen und darauf achten, mögliche Mindestanforderungen zu erfüllen und somit seine Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg zu erhöhen. Die duale Ausbildung nimmt zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren in Anspruch, ein vorangegangener Schulabschluss sowie die Leistungen während der betrieblichen Ausbildung können Auswirkung auf die festgelegte Dauer haben. Entsprechend kann sich aufgrund dieser Faktoren die duale Ausbildung verkürzen oder verlängern.

Die duale Ausbildung und ihr Aufbau

Jeder betrieblichen Ausbildung liegt, abhängig vom jeweiligen Berufsfeld, eine Ausbildungsordnung zugrunde. Die meisten dualen Ausbildungen dauern im Schnitt drei Jahre. Während dieses Zeitraums befindet sich der Auszubildende, je nach Ausbildungsordnung, circa siebzig Prozent der Zeitspanne im Betrieb, um sich ein fundiertes Wissen über die praktischen Grundlagen des erwählten Berufes anzueignen. Auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklungen hat sich die Mehrzahl der Betriebe stark spezialisiert. Um dieser Spezialisierung gerecht zu werden, wird die betriebliche Praxis durch spezielle Lehrgänge in Werkstätten der Handwerksgesinnung komplettiert. Die weiteren dreißig Prozent des Ausbildungszeitraums werden der schulischen Ausbildung gewidmet, welche speziell auf den Beruf zugeschnitten ist. Inhalte und fachtheoretisches Wissen werden in Abhängigkeit vom Ausbildungsberufe aufbereitet und intensiv vermittelt..

Zudem wird der Level der Allgemeinbildung deutlich ausgebaut, um die Auszubildenden auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Anforderungen vorzubereiten. Im Verlauf der dreijährigen dualen Ausbildung ist das Bestehen zwei großer Prüfungen grundlegend. Für die Feststellung des Lernlevels wird eine Zwischenprüfung in etwa der Mitte der Ausbildungszeit angesetzt. Um die duale Ausbildung fortsetzen zu können, ist das Bestehen der Zwischenprüfung unumgänglich. Am Ende einer jeden dualen Ausbildung steht die finale Abschlussprüfung, diese wird auf bundesweiter Ebene von Prüfungsausschüssen der Handwerkskammer beziehungsweise der Industrie- und Handelskammer durchgeführt.

Mit dem erfolgreichen Ablegen der Abschlussprüfung ist die duale Ausbildung abgeschlossen, zugleich sind aber auch die schier grenzenlosen Möglichkeiten von Weiterbildungen, Zweitausbildungen oder auch eines Studiums gegeben.

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