Beim Lernen in der Schule und später im Studium muss man oft Dinge einfach stur auswendig lernen, seien es Gedichte, chemische Formeln oder historische Daten. Nicht jedem liegt dieses scheinbar simple Abspeichern von Daten und Wörtern im Gedächtnis. Zumal man manchmal den Sinn oder die Logik hinter den Dingen nicht so ganz erkennen kann. Wenn man sich Wörter oder ganze Abfolgen von Dingen nicht erklären kann, lassen sie sich auch schlecht im Gehirn abspeichern. Manchmal ist es aber auch die Vielzahl der Vokabeln oder Zahlen, die nur schwer gemerkt werden kann. Dennoch ist dieses auswendig lernen notwendig, um wichtige Tests und Klausuren gut bestehen zu können. Hier können die umgangssprachlich so genannten Eselsbrücken helfen. Sie ermöglichen es, Gedankengänge aufzubauen. Eselsbrücken sind Bilder oder Wortfolgen, die man sich selbst gut darlegen kann. Mit Hilfe derer stellt man eine gedankliche Verbindung zu den Fakten her, die man wirklich lernen muss. Dabei können diese Eselsbrücken ganz individuell und auf die persönlichen Assoziationen abgestimmt sein. Es gibt aber auch Sprichwörter, welche Dinge erklären, die sich viele Menschen seit jeher nicht gut merken konnten. Diese Art des Lernens nennt man in der Fachsprache auch Mnemotechnik.

Der Ursprung des Begriffes “Eselsbrücke”

Woher aber stammt der Begriff „Eselsbrücke“ eigentlich? Wer kein Latein kann, ist jetzt aber auch noch nicht viel schlauer. Also allgemein sind Esel als nicht ganz so intelligente Tiere bekannt. Doch das trifft noch nicht den Kern der Sache. Vielmehr ist es so, dass Esel auch als wasserscheu gelten. Sie gehen nicht durch das Wasser, wie Pferde zum Beispiel, weil sie nicht erkennen können, ob das Wasser unter ihnen tief ist oder nicht. Damit ist ihnen der Weg zu unsicher, sie sind stur, rühren sich dann gar nicht mehr vom Fleck und gelangen so natürlich nicht an das gewünschte Ziel. Daher baute man in früheren Zeiten für die Esel Brücken aus Holz. Diese boten ihnen Sicherheit und es war ihnen möglich, trocken an das andere Ufer zu gelangen. Das bedeutet, um an das gewünschte Ziel zu gelangen, musste man etwas mehr Aufwand betreiben – einen Umweg gehen quasi. Doch ohne diesen kleinen Schlenker wäre der sture Esel gar nicht gelaufen. Es geht also darum wie man etwas möglich machen kann. Wie man sich etwas merken kann, was das eigene Gehirn partout nicht abspeichern will. Dann baut man sich eine sogenannte Eselsbrücke, die in diesem Falle nicht aus Holz, sondern aus Wörtern oder Bildern besteht. Wenn es dem Gehirn nämlich möglich ist einen Zusammenhang herzustellen, ist es auch möglich sich auch die schwierigsten Dinge oder die längsten Texte zu merken. Es muss einfach nur logisch sein. Dabei können die Eselsbrücken visuell sein und eben aus Bildern bestehen.

Eselsbrücken: Durch Visualisierungen wird vieles einfacher

Diese Assoziationen baut man am besten selbst auf. Wenn man zum Beispiel englische Vokabeln pauken muss, ist es hilfreich sich Bilder aus dem vergangenen Urlaub in Erinnerung zu rufen. So werden Zusammenhänge in unserem Gedächtnis geweckt, Verknüpfungen im Gehirn hergestellt und man kann die gewünschte Information einfach abrufen, wie auf einer Festplatte im Computer. So nutzt man die natürliche Arbeitsweise des Gehirns. Indem man sich zwei Dinge bildlich vorstellt und sie miteinander verknüpft. Dabei können die Verknüpfungen so individuell sein, wie wir Menschen selbst es sind. Manch einem hilft es, sich vorzustellen, wie er im Urlaub vor dem Louvre anstand, um zu wissen, dass die Mona Lisa von Leonardo da Vinci gemalt wurde. Louvre wie Leonardo – logisch. Ein anderer muss bei dem Satz des Pythagoras an die Farbe Blau denken, um ihn logisch wiedergeben zu können. Vielfältigkeit und Kreativität sind bei dieser Lernmethode keine Grenzen gesetzt und kann je nach Lerntyp variiert werden. Wenn man um diese Technik weiß, kann man sie bewusst einsetzen und kontrollieren. Damit fällt einem das auswendig lernen von schwierigen Fakten um ein vielfaches leichter. Letztendlich gelangt man so sicher an das Ziel, die Informationen abrufen und die Prüfungen bestehen zu können. Eine Eselsbrücke ist demnach schlicht ein Merkspruch, ein Merkvers oder eine Lernhilfe.

Traditionelle Eselsbrücken

5 Finger

©123rf.com/profile_yupiramos

Eselsbrücken können auch komplette gereimte Merksätze und kleine Gedichte sein. Manche von ihnen haben sich über die Jahrhunderte hinweg entwickelt. Viele dieser althergebrachten Merksprüche erklären praktische Lebensregeln auf einfache Art und Weise, die oftmals gerne in der Abizeitung festgehalten werden.

Eselsbrücke: Wie viele Tage hat der Monat

Diese kleine praktische Eselsbrücke ist schon bei Kindern beliebt, um sich zu erklären, welche Monate im Jahr 30 oder 31 Tage haben. Die Anzahl der Tage eines Monats kann man an den Knöcheln der eigenen Hand ausmachen. Knöchel steht jeweils für einen langen Monat, das Tal zwischen zwei Knöcheln für einen kurzen Monat. Nach dem langen Juli folgt

dann an der zweiten Hand der nächste Knöchel, der lange Monat August.

Eselsbrücke: Die Zeitumstellung

Viele Menschen haben Probleme sich nicht nur den Tag der Zeitumstellung zu merken, sondern auch, ob die Uhr nun vor oder zurück gestellt wird. Hier kann dieser kleine Merkspruch helfen. Im Frühling stellt man die Terrassenmöbel vor das Haus. Die Uhr wird demnach vor gestellt. Im Herbst stellt man sie dann wieder zurück in den Schuppen. Die Uhr wird demnach zurück gestellt.

Die Eselsbrücke heißt also: Zuerst stellt man nach vorn und dann wieder zurück.

Uhr

©123rf.com/profile_kaarsten

Eselsbrücke: Die Himmelsrichtungen

Wo geht jetzt noch einmal die Sonne auf und in welcher der vier Himmelsrichtungen geht sie wieder unter? Auch zu dieser kniffligen Frage existiert ein Merkvers:
Im Osten geht die Sonne auf,
im Süden ist ihr Mittagslauf,
im Westen will sie unter gehen,
im Norden ist sie nie zu sehen.