Rollstohlfahrer am Arbeitsplatz

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Das Wort Inklusion kommt von dem Lateinischen Substantiv “inclusio” und bedeutet so viel wie “Einschließung” oder “Einbeziehung”. Die Inklusion beschreibt ein Konzept, das vorsieht, dass jeder Mensch Teil der Gesellschaft ist. In der Inklusion findet also keine Ausgrenzung statt. Das Ziel der Inklusion ist es, dass alle Menschen, ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, Religion, ihrer finanziellen Mittel oder mit oder ohne Behinderung und unabhängig von der Schwere ihrer Einschränkung, am gesellschaftlichen täglichen Leben teilnehmen können. Niemand soll sich dabei anders oder nicht akzeptiert fühlen. Die Inklusion ist dann gelungen, wenn alle Menschen in ihrer Verschiedenheit in ihrer Schule, an ihrem Arbeitsplatz, in der Gesellschaft, in der Freizeit und in allen anderen Bereichen des täglichen Lebens voll integriert sind und es für niemanden mehr Einschränkungen oder Hürden gibt. Die Anpassung der verschiedenen Lebensräume wie Schule, Universität (damit auch Studienwahl) und Freizeiteinrichtungen an die besonderen Bedürfnisse aller ist damit auch ein Teil der Inklusion, den es zu bewältigen gilt, um diese als gelungen bezeichnen zu können.

Die Inklusion als Menschenrecht

Die Inklusion Behinderter ist ein Menschenrecht, das in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben ist. Diese UN-Konvention, die die Rechte von Menschen mit Behinderung beschreibt, wurde 2009 beschlossen und von Deutschland unterzeichnet. Damit hat sich Deutschland zu einem inklusiven Bildungssystem, also einer Inklusion von Menschen mit Behinderung in den regulären staatlichen Schulunterricht, verpflichtet. Jeder Schüler mit Behinderung hat seitdem das Recht, eine normale Regelschule zu besuchen, wenn dies sein Wunsch ist. Die sogenannten Förderschulen stehen deshalb immer wieder in der Kritik, da sie eine Inklusion nicht ermöglichen beziehungsweise dem Konzept der Inklusion widersprechen. In Deutschland wird die Inklusion aber seit einiger Zeit an immer mehr Regelschulen aktiv gefördert und gefordert, damit möglichst vielen Menschen mit Einschränkungen eine Teilnahme am Unterricht einer Regelschule ermöglicht werden kann.

Inklusionsschild

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Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Inklusion und Integration?

Der Begriff der Integration setzt voraus, dass zunächst ein Ausschluss eines Menschen aus einer Gemeinschaft stattgefunden hat. Genau das möchte die Inklusion aber vermeiden. Denn die Inklusion zielt darauf ab, alle Menschen von Beginn an gleich zu behandeln und ihnen die gleichen Möglichkeiten im Alltag zu bieten. Dieses Konzept nimmt alle Schüler mit ihren Leistungsniveaus und unterschiedlichen Kompetenzen so wie sie sind von vornherein an und lässt sie zB. durch Kennenlernspiele den Unterricht gemeinsam erleben und gestalten. Dabei soll es keine Ausnahmen geben. Jeder hat in der Inklusion die gleichen Chancen und niemand muss mehr darum bangen, aus irgendwelchen Gründen aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden.

Inklusion an Schulen

Viele Schulen fördern die Inklusion, indem sie Menschen mit jeglichen Einschränkungen in den regulären Unterricht vollkommen selbstverständlich einbinden. Bei der Inklusion an Schulen geht es vor allem darum, Schüler mit den verschiedensten körperlichen und geistigen Behinderungen in den Schulalltag gleichberechtigt mit einzubeziehen. Um eine gelungene Inklusion zu ermöglichen, muss die Schule ihre Räumlichkeiten den Bedürfnissen ihrer Schüler entsprechend anpassen. Auch die Lehrer sind für den inklusiven Unterricht speziell geschult und das Arbeitsumfeld in den Klassenräumen ist auf die besonderen Bedürfnisse aller Schüler ausgelegt. Die Lehrer gehen auf einzelne Schüler besonders ein, wann immer es notwendig ist, und fördern alle individuell nach den jeweiligen Möglichkeiten, ohne dass sich innerhalb der Klassengemeinschaft Gruppen bilden. Beim gemeinsamen Unterricht und einer damit einhergehenden gemeinsamen Freizeitgestaltung im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften oder Freundschaften sollen die Schüler lernen, dass es normal ist, verschieden zu sein. Die Inklusion möchte so Stigmatisierungen vorbeugen und Gruppenbildungen aus dem Weg gehen. Vorurteile sollen abgebaut werden oder im besten Fall gar nicht erst entstehen. Jeder soll sich so akzeptiert fühlen, wie er ist. Und nicht nur akzeptiert, sondern auch in der Gemeinschaft gewollt und gebraucht. Denn es hat sich herausgestellt, dass der Lernerfolg nicht nur vom Intellekt, sondern auch vom Selbstwertgefühl abhängig ist. Wer sich also mit sich selbst wohlfühlt, der kann auch besser lernen. So können von der Inklusion alle nur profitieren. Die inklusiven Schulen sorgen außerdem durch ihre Projekte wie etwa das gemeinsame Erstellen der Schülerzeitung für mehr Offenheit und Toleranz der Schüler untereinander. Diese lernen nämlich durch die Inklusion im Umgang miteinander, sich gegenseitig zu helfen, Rücksicht zu nehmen und keine Berührungsängste miteinander haben zu müssen. Es ist nicht schlimm, anders zu sein, sondern völlig okay. Die Bedürfnisse aller werden berücksichtigt und beachtet, um ihnen die Teilnahme am normalen gesellschaftlichen Alltag zu ermöglichen. Denn das Ziel der Inklusion ist es, mentale Hürden und räumliche Barrieren abzubauen, damit eines Tages alle Menschen völlig selbstverständlich und ohne Einschränkungen an der Gesellschaft teilnehmen können. So sind wir alle ein Teil der Inklusion und können dafür sorgen, dass sie erfolgreich gelingt.