Ihr kennt es sicherlich alle: Für das wirkungsvolle Lernen und für das Schreiben einer Klausur ist eines unerlässlich – Konzentration! Doch nicht immer klappt es wie gewünscht: Die Gedanken schweifen zur nächsten Abiparty ab, man übersieht etwas Wichtiges oder macht andere Fehler, die vermeidbar wären. Und hinterher wundert man sich, wie so etwas bloß passieren konnte. Schnell haben Eltern, Mitschüler oder Freunde einen wohlwollenden Tipp parat: „Probier doch mal Traubenzucker aus, um deine Konzentration zu steigern!“ Doch wie gut ist dieser Tipp überhaupt, gibt es andere Lebensmittel, welche unsere Fähigkeit zur Konzentration beeinflussen könnten, und kommt es wirklich nur auf das an, was wir essen? Um diese Fragen wird es im Folgenden gehen, ohne dass natürlich ein wissenschaftlicher Anspruch erhoben werden kann.

Traubenzucker für schnelle Konzentration?

Mehrere Päckchen traubenzucker

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Ohne Frage ist unser Hirn auf viel Energie angewiesen, wenn es Höchstleistungen erbringen soll und in diesem Zuge unter anderem auch Konzentration gefragt ist. Doch kann Traubenzucker diese Energie liefern und was ist Traubenzucker überhaupt? Seinen Namen verdankt Traubenzucker dem Umstand, dass man ihn das erste Mal tatsächlich in Trauben entdeckte. Heute wird er aber zumeist nicht aus den süßen Früchtchen, sondern aus stärkehaltigen Lebensmitteln wie zum Beispiel Kartoffeln hergestellt, was manchen überraschen könnte. Dabei ist Traubenzucker nichts anderes als Glukose – also ein Einfachzucker, der zu den Kohlenhydraten zu zählen ist. Mittlerweile scheint es Konsens zu sein, dass Traubenzucker sehr schnell ins Blut geht und somit das Gehirn schnell mit Energie versorgen kann. Im Idealfall fühlt man sich dann schnell wacher und die gewünschte Konzentration kann sich besser einstellen. Dies scheint aber nur eine Seite der Medaille zu sein! Ein unschöner Nebeneffekt ist, dass unser Körper offenbar recht rasch gegensteuert: Der durch den Traubenzucker gestiegene Blutzuckerspiegel verbleibt nicht lange auf einem hohen Niveau, sondern fällt ziemlich schnell wieder stark ab. Setzt dieser Effekt ein, ist dies natürlich gar nicht gut für die angestrebte Konzentration. Zusammengefasst könnte man also sagen: Traubenzucker liefert unserem Gehirn einen Kurzzeit-Kick. In der Regel benötigt man für das Lernen oder das Schreiben einer Klausur aber länger die gewünschte Konzentration, als es scheinbar eine Zufuhr von Traubenzucker ermöglichen kann.

Habt ihr jetzt folgenden Gedanken: „Wenn noch nicht einmal Traubenzucker meine Konzentration dauerhaft beflügelt, spielt es wohl kaum eine Rolle für selbige, was ich vor einer Klausur oder vor dem Lernen esse.“? Dann könntet ihr auch daneben liegen: Traubenzucker scheint zumindest für das Erreichen lang anhaltender Konzentration kein Wundermittel zu sein, dass unser Gehirn allerdings dennoch Energie fürs Lernen und für Prüfungen benötigt, bleibt wohl unbestritten. Zum Glück gibt es auch schon relativ große Einigkeit darüber, welche anderen Lebensmittel die Konzentration besser fördern könnten als Traubenzucker. Mehr dazu im Folgenden.

Andere Lebensmittel zur Konzentrationssteigerung?

Wie das Beispiel von Traubenzucker zeigt, scheint es nicht allzu förderlich für eine lang anhaltende Konzentration zu sein, wenn der Blutzuckerspiegel erst nach oben gepeitscht wird, um dann nachdrücklich und schnell wieder abzusinken. Somit scheinen auch gleich Ernährungsweisen und Lebensmittel sinnvoller, welchen den Blutzuckerspiegel weniger stark ins Schwanken geraten lassen. Auch hierbei spielen Kohlenhydrate sicherlich eine besondere Rolle: Sie sind und bleiben schließlich Energielieferanten. Zu achten wäre dann aber darauf, dass es sich nicht um Kohlenhydrate handelt, die wie Traubenzucker schnell den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen, sondern ihn durch stetige Abgabe von Glukose konstanter halten. Solche Kohlenhydrate sind – so liest man es oft – zum Beispiel in Vollkornprodukten wie Vollkornbrot enthalten. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Lebensmittel, die mittlerweile manchmal auch gerne als Brainfood bezeichnet werden und von denen sich mancher bessere Konzentration und Leistungsfähigkeit verspricht – mitunter sogar dann, wenn es gar nicht primär um Glukose geht. Zu diesen Lebensmitteln gehören zum Beispiel Nüsse.

Denkt aber daran: Genauso wenig wie Traubenzucker euch offenbar lang anhaltende Konzentration schenkt, gibt es Brainfood, das euch einfach, indem ihr es esst, zum nächsten Einstein macht. Klüger wird man vom Essen natürlich nicht. Dennoch kann es selbstverständlich nicht schaden, auf seine eigene Ernährung zu achten, um dem eigenen Körper möglichst viel von dem zu geben, was ihm gut tut, und so eine gute Basis für die Bewältigung von Herausforderungen zu legen. Zu beachten ist dabei nicht nur das, was ihr esst, sondern auch was und wie viel ihr trinkt. Darüber hinaus könnte euch Selbstreflexion in Sachen Lernen und Prüfungen helfen, mehr Konzentration auch abseits von Traubenzucker und zusätzlich zu Brainfood zu finden. Im Folgenden widmen wir uns genau dieser Selbstreflexion und den Lernstrategien, die sich vielleicht daraus ergeben könnten.

Mit Lernstrategien zu mehr Konzentration?

Frau bearbeitet Lernstoff

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Auch die Art und Weise, wie und wo man lernt und wie man mit Herausforderung umgeht, könnten einen Einfluss auf die Fähigkeit zur Konzentration besitzen. Blickt einmal etwas in die Vergangenheit: Möglicherweise gab es schon Lern- oder Prüfungssituationen, in denen es euch nicht allzu schwerfiel, die notwendige Konzentration zu finden. Welche Faktoren lagen in diesen Situationen vor? War vielleicht das Lernumfeld auf irgendeine besondere Weise gestaltet? Habt ihr bestimmte Lerntechniken genutzt? Oder habt ihr damals sinnvolle Mittel gegen Stress angewendet, die nun aus irgendeinem Grund in Vergessenheit geraten sind? Versucht doch einmal durch positive Erfahrungen der Vergangenheit zu ergründen, was in eurem individuellen Fall zu mehr Konzentration führt, und diese Rahmenbedingungen nachzustellen. Arbeitet zum Beispiel an einem klar strukturierten Schreibtisch, findet heraus, ob ihr eher der visuelle, auditive oder ein sonstiger Lerntyp seid, und sorgt für echte Entspannung und Ablenkung in Pausen, um später wieder voll durchstarten zu können – je nachdem, was euch helfen könnte.

Natürlich solltet ihr auch einen Mangel an Konzentration nicht mit bloßer Lustlosigkeit verwechseln, die verständlicherweise jeden ab und an überkommt, die aber auch überwindbar ist. Lernen, mit dem inneren Schweinehund zurechtzukommen, muss schließlich jeder früher und später und ihr wollt damit sicherlich nicht erst im Berufsleben beginnen. Hinterfragt also am besten auch stets ehrlich, was euch gerade vom Lernen abhält. Dies könnten auch Konflikte oder Sorgen sein, die es anzugehen gilt. Findet ihr selbst keine Lösung, mehr Konzentration zu gewinnen, könntet ihr euch zudem Hilfe suchen, damit gesundheitliche Gründe ausgeschlossen bzw. sinnvoll angegangen werden können oder ihr vielleicht durch Coaching oder Ähnliches einen Weg aus eurer Konzentrationsschwäche findet. Sprecht mit eurem Arzt, euren Eltern und Lehrern: Wer Bereitschaft zeigt, sein Problem zu lösen und Hilfe anzunehmen, hat schon halb gewonnen!