Das Abi ist geschafft – jetzt heißt es feiern, feiern, feiern! Neben den vielen kleinen Partys, mit denen die neue Freiheit sicherlich begeistert gewürdigt wird, gibt es dabei auch ein ganz großes Ereignis: den Abi-Ball! Hier kommt es auf einen gewissen Chic an – was für die Jungs bedeutet, nicht nur nach einem Anzug Ausschau zu halten, sondern ggf. auch vorab den Umgang mit der Krawatte zu üben, damit am Tag der Tage alles ordentlich sitzt.
Und das ist durchaus eine Herausforderung: Schon so mancher hat sich hoffnungslos beim Versuch, eine Krawatte zu binden, verheddert und selbst gefesselt! Und mit gefesselten Händen lässt sich natürlich weder richtig gut feiern noch dem etwaigen Abi-Ball-Date gerecht werden! Hierfür braucht ihr freie Hände und einen klaren, nicht abgeschnürten Kopf!
Aber Spaß beiseite: Damit ihr am Abi-Ball nicht nur gut ausseht, sondern auch handlungsfähig bleibt und zugleich mit einer ordentlichen Portion Wissen in Sachen Krawattenknoten als Small-Talk-Thema aufwarten könnt, haben wir für euch ein paar interessante Fakten und Tipps zum Thema zusammengestellt!

Die Krawatte richtig binden

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Welche Krawatte zu welchem Anzug?

Viel wichtiger als die Krawatte ist natürlich euer Anzug und euer Oberhemd. Ihr kauft also am besten zunächst diese beiden Utensilien und idealerweise auch noch passende Schuhe, Strümpfe und einen Gürtel, bevor ihr euch durch die enorm große Krawattenauswahl quält und euch mit Krawattenknoten beschäftigt. Bei der Krawattenauswahl achtet ihr dann einfach darauf, dass der Schlips farblich zum Rest eures Outfits passt. Und wie sieht´s mit einem Muster aus? Auch dieses sollte, wenn unbedingt eines gewünscht ist, passend sein. Wer glaubt, aufgedruckte lustige Figuren oder Sprüche sind dies, liegt aber wohl eher daneben. Auf den ersten Blick mögen sie für einen Lacher sorgen. Wenn man aber ganz ehrlich ist, wirken solche Krawatten auch etwas kindisch und somit ungeeignet für echte Männer mit einem hohen ersten Bildungsabschluss. Und außerdem, spätestens beim Bewerbungsgespräch zur Ausbildung sollte der Krawattenknoten sitzten.

Die Auswahl an Krawattenknoten

Gut, gut: Die perfekte Krawatte ist gekauft und wartet auf ihren Einsatz. Und dann so was: Anders als ihr es euch vielleicht vorgestellt habt, gibt es nicht den Krawattenknoten an sich, sondern eine ganze Armada unterschiedliche Methode, eine Krawatte zu binden! Da schnürt es manchem zu Recht den Hals zu, noch bevor das modische Accessoire überhaupt seinen eigentlichen Bestimmungsort erreicht hat! Aber keine Panik, hier kommt ein kleiner Überblick über ein paar Begriffe, die euch begegnen könnten, wenn ihr irgendjemandem euer Leid angesichts dieser modischen Vielfalt klagt. In diesem Fall ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr vor allem die Bezeichnungen „Windsorknoten“ und „einfacher Krawattenknoten“ zu hören bekommt. Diese Begriffe bezeichnen allerdings nur zwei recht bekannte Krawattenknoten und damit die Sache nicht zu einfach wird, gibt es natürlich unzählige weitere.
Bleiben wir aber einfach einmal bei diesen beiden recht verbreiteten Krawattenknoten. Der einfache Krawattenknoten ist einer, der sich mit etwas Übung in nur wenigen Schritten binden lässt. Hier wird vereinfacht ausgedrückt im Grunde das breite Ende der Krawatte um das dünne gewickelt und schließlich erst von unten durch die Halsschlaufe und dann von oben durch die durch das Wickeln entstandene Schlaufe gezogen. Wie der Name „einfacher Krawattenknoten“ allerdings schon andeutet, ist dieser Knoten bei Weitem nicht der eleganteste: Er wirkt mitunter etwas schmal und daher eher passend zu einem nicht ganz so offiziellen Anlass. Wer sich von seinem Krawattenknoten etwas mehr Volumen und somit auch Feierlichkeit wünscht, könnte mit dem Windsorknoten besser beraten sein. Ihn gibt es eigentlich in zwei Varianten – als halben Windsorknoten und schlichtweg als Windsorkonten. Ersterer wird – eventuell auch abhängig davon, wie man zählt – in fünf Hauptschritten gebunden, Letzterer in sechs. Damit sollte auch deutlich sein, dass der „ganze“ Windsorknoten (Vorsicht beim erwähnten Small Talk: Das „ganz“ ist eigentlich kein Namensbestandteil!) noch voluminöser ist als der halbe.

Der Windsorknoten als Klassiker

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Peinlichkeiten drohen übrigens nicht nur bei unsauber gebundenen Krawattenknoten, sondern auch dann, wenn durch die ganze Knoterei die Länge der Krawatte nicht mehr passt: Enden sollte das gute Stück ganz knapp unter dem Hosenbund – das Ganze natürlich beim aufrechten Stehen und nicht etwa in extrem vorgebeugter Haltung. Das dünne Ende der Krawatte muss sich dabei hinter dem breiten zuverlässig verbergen lassen. Sonst seht ihr aus wie ein Clown!
Mit den oben erwähnten Knoten könnt ihr eigentlich ein Leben lang auskommen – es sei denn, ihr strebt eine Karriere als Model an, arbeitet später in einem modebewussten Unternehmen, jemand erfindet das Binden einer Krawatte von Grund auf neu oder ihr habt andere gute Gründe, euch in die hohen Weihen der Krawattenbinderei einführen zu lassen. Langeweile sollte hier allerdings nicht als „guter Grund“ zählen – als Freizeitbeschäftigung gibt es sicherlich besser Alternativen.

Das größte Problem: Die Perspektive beim Binden einer Krawatte!

Anleitungen für Krawattenknoten finden sich im Netz wie Sand am Meer. Das Gemeine ist lediglich, dass diese Anleitungen häufig eine Außenansicht auf die Krawatte, die es zu binden gilt, bieten. Beim selbstständigen Versuch, eine Krawatte zu binden, hängt ihr aber natürlich quasi zwischen den beiden langen Enden des Schlips und eure Perspektive ist somit eine andere. Wer nun etwas grobmotorisch veranlagt ist (und das sind wir doch alle manchmal), muss also erst einmal in Ruhe üben, bis es mit dem Perspektivwechsel und den Krawattenknoten an sich klappt. Verschiebt dieses Üben auf keinen Fall auf den Tag des Abi-Balls, sondern geht die Sache schon zuvor an. Und sucht euch einen Spiegel – das hilft schon einmal viel! Wenn wirklich nichts mehr geht, gibt´s hier Hilfe beim Binden der Krawatte: 1. Vater oder Großvater – beide sollten aufgrund ihres Alters geübte Krawattenbinder sein. 2. Mutter oder große Schwester – müssen ihren Männern, die dann vielleicht trotz ihres fortgeschrittenen Alters noch nicht zu den geübten Krawattenbindern zählen, eventuell schon seit Jahren beim Binden der Krawatte helfen. 3. Der freundliche Herrenausstatter – wird vielleicht hilfreich einspringen, wenn ihr fünf Minuten vor Beginn des Abi-Balls sein Geschäft stürmt und ihm euer Leid klagt, schließlich hat er dann eine lustige Geschichte beim Abendbrot zu erzählen und eventuell auch einen neuen Kunden gefunden. 4. Die vorgebundene Krawatte – es könnte zwar etwas stillos sein, aber es gibt auch vorgebundene Krawatten, die einem den Kragen retten können. Dabei gibt es unterschiedliche Befestigungssysteme, die ihr allerdings auf jeden Fall immer gut verbergen müsst, damit euch niemand bei eurer Schummelei auf die Schliche kommt. Dient ein Gummiband als Befestigung, solltet ihr dieses sogar nicht nur aus optischen Gründen gut verstecken: Einmal entdeckt könnte es Mitschüler animieren, an eurer Krawatte zu ziehen, um sie dann brutalerweise – quasi gegen euren Latz – zurückschnellen zu lassen. Aua – das ist schmerzhaft und gefährlich!

Geht’s auch ohne Krawattenknoten, gebrochene Handgelenke und wunden Hals?

Die ganze Krawattenbinderei ist euch zu stressig? Momentan sind auch Fliegen total angesagt: Ob diese, die ja eigentlich wie eine Krawatte auch selbst zu binden sind, aber eine große Hilfe sind, bleibt fraglich. Auch hier würde sich allenfalls das zwar schon gebundene, aber vielleicht auch nicht ganz so stilvolle Modell als echte Alternative anbieten, wenn ihr mit der Binderei grundsätzlich auf Kriegsfuß steht.
Falls ihr sowohl Fliege als auch Krawatte wirklich gar nicht mögt, geht halt ohne zu eurem Abi-Ball: Es wird sicherlich keinen Türsteher geben, der euch den Einlass ohne männlichen Halsschmuck verwehrt. Außerdem seid ihr ja auch noch jung und wild. Da kann man auch einmal mit althergebrachten Kleidungsvorschriften brechen. Wenn ihr nicht ganz so weit gehen wollt, tragt ihr zu Beginn der Veranstaltung euren Schlips und lockert diesen oder legt ihn sogar ganz ab, wenn der ausgelassene Teil der Feier ansteht! So oder so: Ihr werdet den Abend rocken! Viel Spaß!