Lernen lässt es sich zwar an vielen Orten, dennoch büffeln sicherlich nach wie vor viele Schüler nach der Schule in ihren eigenen Zimmern. Ob dies der ideale Ort ist, lässt sich durchaus infrage stellen: Schließlich lauern hier fast auf jedem Quadratzentimeter Ablenkungen. Oft geht es aber einfach nicht anders. Gerade wenn ihr für das Abitur lernt, kann es allerdings sinnvoll sein, eure Lernumgebung auch einmal zu überdenken und zu optimieren. Das gelingt sogar beim eigenen Zimmer, ohne dass dieses zwangsläufig zu einem trostlosen Ort werden muss. Was ihr bei dieser Optimierung eurer Lernumgebung eventuell berücksichtigen könntet, erfahrt ihr nun.

Keine Ordnung im Kopf

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Ordnung in der Lernumgebung = Ordnung im Kopf!

Wahrscheinlich könnt ihr das gute alte „Räum doch endlich mal dein Zimmer auf!“ schon nicht mehr hören. Und es gibt einen verständlichen Grund für eure Abneigung gegen diese Aufforderung: Beim Chillen, beim Surfen im Internet und bei vielen anderen Aktivitäten, denen ihr in eurem Zimmer nachgeht, ist es euch wahrscheinlich herzlich egal, wie ordentlich euer Umfeld ist. Es stört euch vielleicht nicht bei diesen einfachen Aktivitäten und erscheint euch zudem auch noch zu mühsam. Beim Lernen kann das Ganze aber schon anders aussehen: Liegt in eurer Lernumgebung viel herum, lenkt sicherlich auch euch dieser Anblick beim Nachdenken ab. Ein Beispiel: Ihr versucht gerade, eine Matheformel zu verstehen, dabei erblickt ihr einen Flyer für eine Party auf eurem Schreibtisch und schwups wandern vielleicht auch eure Gedanken eher Richtung Wochenende und Freizeit. Schafft euch also zumindest zum Pauken möglichst eine ordentliche Lernumgebung, in der ihr ohne Ablenkung nachdenken könnt.

Dabei ist es von Vorteil, wenn sich euer Zimmer schnell und mit wenigen Handgriffen aufräumen lässt: So müsst ihr das Lernen nicht erst auf die lange Bank schieben und seid von den Aufräumaktionen nicht schon total kaputt. Ausreichend Stauraum und unkomplizierte Aufbewahrungsutensilien wie Boxen und Truhen sind dabei durchaus hilfreich. Besonderes Augenmerk solltet ihr zudem auf die ganz unmittelbare Lernumgebung – also auf euren Schreibtisch – legen. Vielleicht hilft es euch, diesen erst einmal komplett leer zu räumen und dann nur mit dem Notwendigen zu versehen: also in erster Linie mit euren Lernunterlagen, Papier, einem Stift und vielleicht auch mit einer Kleinigkeit zu trinken, damit ihr nicht immer vom Schreibtisch fliehen müsst, sobald ihr etwas Durst verspürt.

Angenehmer Komfort für eure Lernumgebung

Lernen kann anstrengend sein und insbesondere vor dem Abitur verbringt ihr auch noch viel Zeit mit dem Lernen. Warum solltet ihr es euch dann auch noch unbequem machen? Sorgt also am besten dafür, dass der notwendige Komfort in eurer Lernumgebung nicht zu kurz kommt. Dieser kann sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen entfalten. Lernt ihr etwa an einem Schreibtisch, ist es vorteilhaft, wenn ihr auch einen Stuhl zur Verfügung habt, auf dem ihr gut und auf gesunde Art und Weise sitzen könnt. Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen, die mitunter auch Kopfschmerzen bedingen, sind schließlich der Knock-out schlechthin beim Lernen. Auch auf andere Weise könnt ihr eure Lernumgebung schöner und bequemer machen: Sorgt etwa dafür, dass die Raumtemperatur angenehm ist, ihr ausreichend Beinfreiheit habt, es in eurem Zimmer gut riecht, ihr bequeme Kleidung tragt und, und, und. Kurz um: Macht es euch gemütlich, ohne allerdings wiederum zu viel Ablenkung ins Spiel zu bringen.

Helligkeit und Frischluft geben den Kick

Komfort beim Lernen ist zwar viel wert – natürlich solltet ihr eure Lernumgebung in eurem Zimmer aber nicht so gestalten, dass ihr am liebsten gleich einschlafen würdet. Hiervor bewahrt euch eine gute Ausleuchtung eurer Lernumgebung genauso wie die regelmäßige Frischluftzufuhr, die neue Energie in euer Zimmer bringt. In eurem Zimmer sollte es zum einen also hell sein: Prüft folglich, ob ihr ggf. euren Schreibtisch umstellen möchtet, um in den Genuss des besonders angenehmen Tageslichtes zu kommen, und ob ihr zusätzliche Lichtquellen benötigt. Zum anderen sollte ab und an ein frisches Lüftchen durch euer Zimmer wehen: In Sachen Lüften wäre es – je nach Jahreszeit – dabei eventuell empfehlenswert, dieses auf die kurzen Pausen zwischen den einzelnen Lernetappen zu legen. In diesen verlasst ihr ohnehin euren Schreibtisch, sodass das Lüften selbst nicht zu einer Ablenkung wird und ihr nicht sofort beim Sitzen ins Frieren geratet. Statt still zu sitzen, könntet ihr die Gelegenheit nutzen und ein paar Lockerungsübungen in eurem Zimmer machen. Kehrt ihr dann zurück an den Schreibtisch, seid ihr nicht nur möglicherweise wieder etwas entspannter, sondern auch die Luft in eurer selbst kreierten Lernumgebung ist schön gereinigt und beschert euch hoffentlich einen klaren Kopf.

Zutritt für Störenfriede verboten!

Effektiv lernen

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Natürlich könnt ihr nur dann eure optimierte Lernumgebung im eigenen Zimmer richtig gut nutzen, wenn in diese nicht ununterbrochen ungebetene Gäste eindringen. Die üblichen Verdächtigen sind hierbei natürlich Eltern („Lernst du auch?“), kleine Geschwister („Komm, spiel mit mir!“) und Haustiere wie Hund und Katze („Komm, kuschel mit mir – mein Fell ist soooo weich!“). All dies lenkt leider ab. Bei Eltern und Geschwistern helfen nur klare Worte, um sich eine ruhige Lernumgebung zu sichern. Teilt euren Familienmitgliedern also am besten mit, dass ihr in einer bestimmten Zeitspanne nicht gestört werden wollt. Bei den Haustieren könnte es helfen, in der Familie klare Absprachen darüber zu treffen, wer sich wann um selbige kümmert. So müsst ihr im Idealfall kein schlechtes Gewissen haben, wenn ihr auch diesen – zugegebenermaßen süßen und lieben – „Störenfrieden“ den Zugang zu eurem Zimmer mit der perfekten Lernumgebung verweigert.

Seid aber auch dann konsequent, wenn es um Eindringlinge geht, die weder Mensch noch Tier sind: Smartphones und Co. haben das Potenzial, die mühsam aufgebaute und durchdachte Lernumgebung mit einem einfachen Piepen wieder zum Einsturz zu bringen. Nachrichten von Freunden kommen oft zur unpassenden Zeit und könnten euch aus euren Gedanken reißen und in ein langes Gespräch verwickeln, das die Zeit fürs Lernen dahinschmelzen lässt. Benötigt ihr technisches Equipment für das Lernen, müsst ihr besonders viel Disziplin an den Tag legen: Nutzt wirklich nur die Funktionen, die ihr fürs Lernen benötigt, und freut euch einfach darauf, später die schönen Dinge des Lebens zu erledigen. Das kann schließlich auch eine tolle Belohnung sein!