Ihr steht kurz vor dem Abitur oder habt es sogar schon erfolgreich hinter euch gebracht? Dann wird es höchste Zeit, die Abizeitung zur Seite zu legen und sich die Frage zu stellen, wie es nun weitergehen soll. Habt ihr es auf ein Studium angelegt, sind die Wahlmöglichkeiten in Deutschland riesengroß: Neben den klassischen Studiengängen gibt es unzählige, von denen ihr vielleicht noch gar nichts gehört habt, die aber eventuell sehr gut zu euch passen. Die Studienwahl ist ohne Frage nicht einfach, nehmt ihr euch allerdings ein wenig Zeit für sie, stehen die Chancen, euren Traumstudiengang zu finden, nicht schlecht. Inwiefern hierbei eure eigenen Talente und Interessen von Bedeutung sind, was die Studienwahl neben eurem späteren Beruf noch beeinflusst, wie sich skeptische Eltern von eurer Studienwahl überzeugen lassen und wie ihr die Zeit vor dem Studium überbrücken könnt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Gehirn als Bücherregal

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Talente und Interessen bei der Studienwahl berücksichtigen

„Ich werde Lehrer, da hat man so lange Ferien!“ „Und ich studiere BWL – damit kann man immer irgendetwas machen!“ Solch naive Äußerungen sind hoffentlich selten unter Abiturienten, sie sollen an dieser Stelle aber verdeutlichen, dass es unterschiedliche Beweggründe bei der Studienwahl geben kann. Manch einer wählt seinen Studiengang, da er sich gute Berufschancen von seiner Wahl verspricht, der Nächste verbindet mit seinem Fach ein bestimmtes Ideal und der Übernächste will sich einfach selbst verwirklichen. Vergesst aber auf keinen Fall, dass die Chancen, ein Studium erfolgreich zu beenden und später eine Eintrittskarte für eine glückliche Karriere zu erhalten, ganz entscheidend von euren Talenten und Interessen abhängen.

Wer also eigentlich mit Kindern nichts am Hut hat, sollte sich trotz eines möglicherweise in Aussicht stehenden sicheren und gut bezahlten Beamtenjobs nicht dazu verleiten lassen, Lehrer zu werden. Wer wenig kreativ ist, wird mit der Studienwahl im künstlerischen Bereich nicht glücklich, und wer mit Zahlen wenig anfangen kann, sollte sicherlich kein betriebswirtschaftliches Fach wählen, auch wenn er hier gute Berufschancen sieht. Eine gute Studienwahl ist somit keine Spontanentscheidung, die auf Träumereien fußt, sondern vielmehr Ergebnis einer Phase, in der ihr in euch geht und überlegt, was euch wirklich interessiert und wo eure Talente liegen. Im Idealfall beginnt diese Phase bereits in der Oberstufe am Gymnasium, viele Abiturienten benötigen aber auch mehr Zeit, eine gute Studienwahl zu treffen. Wie sich die Zeit zwischen Abitur und Studienbeginn überbrücken lässt, erfahrt ihr weiter unten.

Die Studienwahl beeinflusst viel

Eure Studienwahl wird euer weiteres Leben in der Regel stark beeinflussen. Sie bestimmt nicht nur, in welche Richtung es später beruflich einmal gehen wird, auch andere Bereiche des Lebens können von ihr betroffen sein. Eine fundierte Studienwahl setzt nämlich nicht nur voraus, dass ihr euch für einen Studiengang entscheidet, der zu euch passt, auch die Wahl des Studienortes sollte gut überlegt sein. Für viele Fächer gibt es in Deutschland Hochschulen, die als besonders renommiert gelten. Hier das Studium anzugehen, könnte sich vielleicht auch für euch lohnen. Habt ihr eine Entscheidung für ein Studienfach getroffen, beschäftigt ihr euch also am besten auch direkt mit der Hochschullandschaft. Diejenigen Hochschulen, die für euch infrage kommen, könnt ihr auch vorab besuchen, um euch ein echtes Bild vom Unialltag zu machen und euch beraten zu lassen. Vergesst dabei auch nicht, den Studienort an sich – also die Stadt, in der sich eure Wunsch-Uni befindet – auf den Prüfstand zu stellen. Ihr werdet, klappt es mit dem Studienplatz, sehr wahrscheinlich eine lange Zeit in dieser Stadt verbringen, sodass es nicht unwichtig ist, dass ihr euren Studienort schätzt. Bringt dabei im Idealfall auch schon in Erfahrung, wie es am jeweiligen Uni-Standort um die Mieten und den verfügbaren Wohnraum, sowie um die sonstigen studentischen Lebenshaltungskosten bestellt ist. So könnt ihr viel besser planen!

Skeptische Eltern

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Wenn die Eltern die getroffene Studienwahl skeptisch sehen

„Meine Eltern sähen es gerne, würde ich in ihre Fußstapfen treten und Jura studieren.“ Äußerungen dieser Art wird man auch heute noch ab und an zu Ohr bekommen, wobei die Präferenzen der Eltern für ein Studienfach natürlich ganz unterschiedlich ausfallen können. Dass Eltern Vorstellungen davon haben, was ihr Kind später einmal mit seinem Leben anstellt, ist völlig normal. Diese Vorstellungen, die auch die Studienwahl betreffen können, sollten euch aber idealerweise nicht allzu sehr unter Druck setzen. Sucht ruhig das Gespräch mit euren Eltern, denkt aber auch daran, dass ihr bereits erwachsen seid und euer Leben selbst leben müsst. Inspirieren euch eure Eltern, ist das ohne Frage wunderbar. Hegt ihr andere Vorstellungen von eurem Berufsweg, solltet ihr aber auch hierzu stehen. Um in diesem Fall bei innerfamiliären Diskussionen nicht ständig den Kürzeren zu ziehen, glänzt ihr am besten durch euer Wissen und Engagement: Geht die Studienwahl reflektiert an, informiert euch umfassend über euren Wunschstudiengang und findet heraus, was ihr damit später alles machen könnt. Ihr müsst euch zwar nicht vor euren Eltern laufend rechtfertigen, merken diese aber, dass es euch mit eurer Studienwahl ernst ist und ihr bereit seid, viel für euren Traum zu tun, werden sie euch schlussendlich sicherlich auch moralisch unterstützen und hinter euch stehen.

Wie die Zeit zwischen Abitur und Studienbeginn nutzen?

Nicht immer geht es direkt von der Schulbank in den Hörsaal. Manche Abiturienten sehnen sich nach der Reifeprüfung erst einmal nach einer Auszeit, die vielleicht auch durch Reisen den eigenen Horizont erweitern. Andere Abiturienten müssen Wartezeiten für ihr Traumfach überbrücken oder wollen sich erst einmal noch besser orientieren, um eine fundierte Studienwahl treffen zu können. All dies ist legitim, muss aber natürlich auch finanziert werden und bedarf daher einer gewissen Planung. Geht es euch darum, die Zeit so zu nutzen, dass sie für euer späteres Berufsleben vorteilhaft ist, habt ihr viele Optionen. Dazu zählen unter anderem das Freiwillige Ökologische oder Soziale Jahr, Praktika und klassische Berufsausbildungen. Niemand muss also zwangsweise Däumchen drehen, wenn es mit der Zulassung für den Wunschstudiengang nicht auf Anhieb klappt oder er andere Gründe hat, mit dem Studium erst einmal zu warten. Erkundigt euch im Vorhinein aber unbedingt, welche Tätigkeiten zwischen Abitur und Studienbeginn wirklich als Wartesemester anerkannt werden, damit euer Traumstudiengang durch die Zwischenlösung nicht in noch weitere Ferne rückt. Hier gibt es detaillierte Regelungen, die unbedingt zu beachten sind. Und verliert nicht euer Ziel aus den Augen, ob als Bänker mit Krawattenknoten oder Künstler mit Pinsel und Farbe. In diesem Sinne sei euch viel Erfolg auf eurem Weg zur perfekten Studienwahl und natürlich auch im Studium selbst gewünscht!