Bei euch ist es auch bald soweit – das Abitur steht vor der Tür? Und wie fühlt ihr euch? Geht ihr das Ganze eher gelassen an oder steigt in euch beim bloßen Gedanken an Klausuren und Co. die Prüfungsangst hoch? Keine Frage: Sicherlich ist auch für euch das Abitur die bisher größte Prüfung. Angst muss man vor dem Abschluss der Schullaufbahn allerdings nicht haben – schließlich ist dies nur die letzte Etappe einer Reise, die bisher gar nicht so schlecht gelaufen sein kann, wenn ihr es bis hierhin geschafft habt. Und wenn es euch beim Gedanken an die Reifeprüfung doch etwas flau in der Magengegend wird, helfen vielleicht unsere 5 Tipps gegen Prüfungsangst weiter!

Lernstress

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1.     Tipp: Gutes Zeitmanagement

Einer der Hauptgründe für Prüfungsangst ist leicht erklärt: Man befürchtet schlichtweg, nicht genug gelernt zu haben und daher angesichts der Prüfungsaufgaben zu scheitern. Diesem unguten Gefühl könnt ihr allerdings auf sehr einfache Art und Weise begegnen: Fang früh an, für eure Abi-Prüfungen zu lernen, und erstellt euch einen Zeitplan, der euch in der Lernphase Orientierung spendet. Verschafft ihr euch frühzeitig einen Überblick über den Stoff und beginnt rechtzeitig mit dem Lernen, könnt ihr vor den Prüfungen eine längere Wiederholungsphase einplanen. Diese Wiederholungsphase, in der ihr euch nur noch mit schon Bekanntem auseinandersetzen müsst, kann ungemein beruhigen: Ihr merkt bereits einige Zeit vor der Prüfung, dass der Stoff immer besser sitzt und gewinnt an Routine. Genau diese Routine könnte zuversichtlich stimmen und die Prüfungsangst lindern. Wer weiß, was er kann, hat schließlich nicht viel zu befürchten! Und vielleicht freut ihr euch, wenn ihr richtig gut vorbereitet seid, sogar auf die Prüfungen, da ihr nun endlich zeigen könnt, was ihr drauf habt!

2.     Tipp: Ab und an Ablenkung suchen

Selbstverständlich gibt es vor dem Abi eine Menge zu lernen und auch ein guter Zeitplan ändert an dieser Tatsache nichts. Möchtet ihr Prüfungsangst vermeiden, ist es aber dennoch sinnvoll, ab und an Auszeiten von dem anstrengenden Lernen zu nehmen. Wer seinen Kopf den ganzen Tag in Bücher steckt und das auch noch wochenlang Tag für Tag, dreht sich irgendwann nur noch um sich selbst und bietet somit etwaiger Angst möglicherweise noch mehr Angriffsfläche. Unternehmt ihr hingegen auch in der Lernphase ab und an schöne Dinge – wie etwa einen Restaurantbesuch mit der Familie oder mit Freunden, einen DVD-Abend, Wanderungen in der freien Natur oder macht ihr etwas für die Abizeitung – kriegt ihr sicherlich den Kopf wieder besser frei und habt weniger Gelegenheiten, euch die Prüfungen in den schlimmsten Farben auszumalen. Schlägt die Prüfungsangst vor allem abends im Bett zu und lässt euch nicht schlafen, könntet ihr dafür sorgen, dass ihr abends besonders müde seid: Macht beispielsweise vor dem Abendessen Sport, dreht eine lange Runde mit eurem Hund oder nehmt ein Entspannungsbad – je nachdem, was bei euch am besten hilft, Ruhe zu gewinnen.

3.     Tipp: Über die Ängste sprechen

Ein wenig Prüfungsangst zu haben, ist ganz normal. Möglicherweise hilft es euch, über diese Angst mit vertrauten Personen zu sprechen. Ihr werdet sicherlich merken, dass es euren Eltern früher nicht anders ging und auch eure Mitschüler schon einmal Prüfungsangst hatten. Zudem kann das Gespräch mit nahestehenden Personen auch aus einem anderen Grund hilfreich sein: Mit Sicherheit findet euer Gegenüber aufmunternde Worte für euch, die euer Selbstbewusstsein fördern. Vielleicht gibt es sogar den einen oder anderen lustigen Tipp gegen die Prüfungsangst, der euch wieder lachen und somit die ganze Sache lockerer betrachten lässt. Ein bisschen Prüfungsangst – oder besser „Bammel“ – macht nicht viel aus, sondern spornt vielleicht sogar zu besseren Leistungen an. Achtet aber darauf, dass eure Prüfungsangst nicht ausufert und nicht allgegenwärtig und somit zu machtvoll wird (siehe auch Tipp 5).

4.     Tipp: Selbstwertgefühl aufpolieren

Bücher

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Manch ein Schüler – insbesondere, wenn er ehrgeizige Ziele verfolgt – neigt dazu, sich und seine Leistungen sehr kritisch zu sehen. Was in einem gewissen Maße ohne Frage gut ist, kann im Übermaß kontraproduktiv sein und die Prüfungsangst erst so richtig schüren. Geht also nicht zu hart mit euch selbst ins Gericht und versucht ab und an, bewusst euer Selbstwertgefühl aufzupolieren. Wie dies gelingt? Ganz einfach: Führt euch immer wieder vor Augen, dass ihr es schon weit geschafft und daher auch schon Leistungen erbracht habt, die überzeugen konnten. Falls euch euer Kopfkino angesichts der Prüfungsangst immer wieder vorspielt, was bei einem Scheitern drohen könnte, denkt doch auch einmal dieses Szenario konsequent zu Ende. Solltet ihr wirklich alles versemmeln und durch das Abitur fallen, ist das auch kein absolutes Drama: Ihr tretet einfach später noch einmal an oder findet eine Alternative. Wird euch bewusst, dass es so oder so weitergeht und keiner sofort einen Kopf kürzer gemacht wird, wenn es einmal im Leben nicht genauso läuft, wie geplant, verliert die Prüfungsangst vielleicht ein wenig an Macht. Stellt euch aber nicht nur den Worst Case vor, sondern auch – am besten sogar häufiger –, wie die Prüfungen allesamt wunderbar ablaufen und wie ihr euch danach belohnen werdet. Das sorgt für Selbstvertrauen, Mut und Ansporn.

5.     Tipp: Hilfe suchen

Habt ihr den Eindruck, dass eure Prüfungsangst über die Stränge schlägt und leidet ihr daher spürbar unter ihr, solltet ihr keine Zeit verlieren und euch professionelle Hilfe suchen. Nicht selten führt Prüfungsangst nämlich auch dazu, dass sich die von ihr Geplagten jeder Prüfungssituation am liebsten entziehen möchten – und dies vielleicht sogar tun. Ein solches Verhalten wäre selbstverständlich mehr als hinderlich für euren weiteren Lebens- und Berufsweg oder Studienweg. Das Abitur ist mit Sicherheit nicht die letzte Prüfung, die auf euch wartet. Je eher ihr also – mit professioneller Hilfe – einen Weg aus der Prüfungsangst findet könnt, desto eher könnt ihr auch wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken und euch neuen Herausforderungen stellen. Vergesst dabei nicht: Sich Hilfe zu suchen, ist keine Schande, sondern zeugt von eurer Bereitschaft, Verantwortung für euch selbst zu übernehmen. Auch dies ist ein Zeichen für Reife. Seid ihr nicht sicher, wo ihr Hilfe in Anbetracht eurer Prüfungsangst finden könntet, sucht am besten das Gespräch mit euren Eltern und/oder Lehrern.