Gymnasiale Oberstufe am Berufsgymnasium absolvieren

Das Berufsgymnasium ist vergleichbar mit der gymnasialen Oberstufe an einem allgemeinbildenden Gymnasium und bietet ebenso einen studienqualifizierenden Abschluss. Das Ziel des Bildungsgangs am Berufsgymnasium ist die Allgemeine Hochschulreife, das Abitur. Die gewählte Fachrichtung an einem Berufsgymnasium verursacht keine Einschränkungen bei der späteren Wahl des Studienfaches. Die erlangte allgemeine Hochschulreife berechtigt zum Studium in allen Fakultäten aller Hochschulen. Ein Vorteil ist es jedoch, wenn man die bereits gewählte Fachrichtung am Berufsgymnasium im Studium oder in der Ausbildung fortsetzt. Durch den Bildungsplan am Berufsgymnasium verfügt man bereits über umfangreiche Vorkenntnisse im theoretischen, wie auch im praktischen Bereich. Während der Schulzeit am Berufsgymnasium wird eine Vielfalt berufsbezogener Inhalte vermittelt. Deshalb sollte man den Schwerpunkt der gewünschten Fachrichtung rechtzeitig ermitteln und sicherstellen, dass sich dieser mit den eigenen Interessen deckt. Die möglichen Fachrichtungen am Berufsgymnasium sind Technik, zu unterteilen in Maschinenbau, Elektrotechnik, Biologietechnik, Mechatronik, Bautechnik, Physik-, Chemie-, Biologie- und Datenverarbeitungstechnik, Gestaltungs- und Medientechnik sowie Wirtschaft, Ernährung und Hauswirtschaft, Agrarwirtschaft sowie Gesundheit und Soziales. Diese Schwerpunktfächer werden in einem Wochenpensum von durchschnittlich fünfunddreißig Stunden mit zehn Wochenstunden bedacht. Der Rest wird durch allgemeinbildende Fächer aufgefüllt, um die Schüler umfangreich auf die Abiturprüfungen vorzubereiten. Das Berufsgymnasium kann jeder besuchen, der bereits in die gymnasiale Oberstufe versetzt wurde sowie Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss, beispielsweise dem Realschulabschluss. Voraussetzung ist, dass die Leistungen befriedigend sind und der Schüler das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Berufsgymnasium – auf berufsorientierten Pfaden zur Hochschulreife

Beim Besuch des Berufsgymnasiums steht die Vorbereitung auf wissenschaftliches Arbeiten im Brennpunkt. Deshalb wird fachübergreifend vermehrt Wert auf selbstständige Arbeits- und Lernprozesse gelegt. Als Schüler am Berufsgymnasium besucht man zunächst die Vorstufe (elfte Klasse). Diese Orientierungsstufe hat zum Ziel, alle Schüler, die von den verschiedensten Schularten zusammentreffen, auf ein gemeinsames Niveau der Allgemeinbildung zu bringen. Dieser sanfte Einstieg am Berufsgymnasium erleichtert den Beginn der Qualifikationsphase (zwölfte und dreizehnte Klasse) für Schüler und Lehrer erheblich. In dieser Qualifikationsphase findet der Unterricht in Leistungskursen und Grundkursen statt. Das erste Leistungskursfach am Berufsgymnasium muss Deutsch, eine verbindliche Fremdsprache, Mathematik oder eine Naturwissenschaft sein. Diese Wahl muss der Schüler selbstverantwortlich treffen und sich über deren Konsequenzen bewusst sein. Die Leistungen während der Qualifikationsphase fließen in die Abiturnote ein. Der berufsbezogene Unterricht am Berufsgymnasium vermittelt Inhalte, die später auch im Grundstudium gelehrt werden. Deshalb haben Absolventen des Berufsgymnasiums kaum Integrationsschwierigkeiten an der Hochschule.

Das Berufsgymnasium bietet praxisnahe Lerninhalte

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Prüfung zur allgemeinen Hochschulreife am Berufsgymnasium

Der Ablauf der Abiturprüfung am Berufsgymnasium gleicht dem der Oberstufe an einem allgemeinbildenden Gymnasium. Je nach gewählten Leistungs- und Grundkursen müssen die Abiturienten Prüfungen in fünf Fächern ablegen. Vier der Prüfungen werden schriftlich abgelegt und eine Prüfung mündlich. Es ist außerdem möglich, sich für eine besondere Lernleistung zu melden und diese maßgeblich in die Prüfung einfließen zu lassen. Die Prüfungsaufgaben werden zentral und einheitlich vom Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes gestellt.

Die Absolventen des Berufsgymnasiums haben mit erfolgreichem Abschluss der Prüfung zur allgemeinen Hochschulreife Zugang zu allen Fakultäten und Studienrichtungen sowie Ausbildungen. Das Abitur am Berufsgymnasium birgt keinerlei Nachteile, es ist sogar sehr angesehen, da die Absolventen berufsbezogene Kenntnisse vermittelt bekommen und daher weniger Anlaufschwierigkeiten im Studium und Berufsleben haben.