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Das Fachgymnasium – Berufsgymnasium

Das Fachgymnasium ist eine Ausbildungsform mit beruflicher Schwerpunktsetzung. Nach dreijährigem Besuch des Fachgymnasiums ist das Ziel die Prüfung zur allgemeinen Hochschulreife, dem Abitur.

Die dreijährige Ausbildung am Fachgymnasium ist in drei Stufen unterteilt. Die Jahrgangsstufe elf stellt eine einjährige Vorstufe dar, um alle Schüler auf einen angepassten Wissenslevel zu bringen. Darauf folgt eine zweijährige Qualifikationsphase, benannt mit den Jahrgangsstufen zwölf und dreizehn. Das Fachgymnasium ist eine Form der gymnasialen Oberschule. Um diese besuchen zu können, muss man einen mittleren Bildungsabschluss, wie zum Beispiel einen Realschulabschluss vorweisen.

Nach erfolgreicher Bewerbung und Aufnahme ist das Unterrichtspensum am Fachgymnasium in Vollzeit mit in der Regel fünfunddreißig Wochenstunden zu meistern.

Zunächst treten die Schüler in die Vorstufe ein, unterschiedliche Vorkenntnisse werden hier ausgeglichen und die Schüler werden an spezifische Arbeitsweisen der gymnasialen Oberstufe herangeführt.

Das Fachgymnasium setzt einen beruflichen Schwerpunkt

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Sobald die Schüler dies erfolgreich absolviert haben, erfolgt die Versetzung in die zwölfte Jahrgangsstufe und die zweijährige Qualifikationsphase der Ausbildung beginnt. In der Qualifikationsphase am Fachgymnasium wird der Unterricht in Haupt- und Nebenfächer eingeteilt. Für Hauptfächer ist ein Pensum von vier Wochenstunden und für Nebenfächer ein Pensum von zwei Wochenstunden angesetzt.

Je nach Ausrichtung des Schwerpunktes des Fachgymnasiums und dessen Kapazitäten können folgende Fachrichtungen angeboten werden:

Agrarwirtschaft, Ernährungswissenschaft, Technik (Schwerpunkte: Metalltechnik, Gestaltungs- und Medientechnik, Elektrotechnik, Bautechnik, Datenverarbeitungstechnik), Wirtschaft, Gesundheit und Soziales (Schwerpunkte: Sozialpädagogik, Gesundheit und Pflege).

Statistisch betrachtet ist das wirtschaftliche Fachgymnasium am weitesten verbreitet und wird somit auch am meisten besucht. Die Haupt- und Nebenfächer, die am Fachgymnasium gelehrt werden, kann man in verschiedene Themenbereiche kategorisieren. Die sprachliche, literarische und künstlerische Kategorie stützt sich auf die Fächer Deutsch, Fremdsprachen, Musik, Kunsterziehung und Gestaltung.

Die mathematische und naturwissenschaftliche Kategorie wird bevorzugt am technischen Gymnasium behandelt und basiert gemäß den Vorgaben des Fachgymnasiums auf den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Bautechnik, Metalltechnik, Konstruktions- und Fertigungstechnik, Elektrotechnik und Elektronik, Prozesstechnik, Technische Informatik, Gestaltungs- und Medientechnik, Agrartechnik, Ernährungslehre mit Chemie, Pädagogik und Psychologie, Rechnungswesen und Informationsverarbeitung.

Das gesellschaftswissenschaftliche Profil am Fachgymnasium gestaltet sich durch Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Geschichte und Politische Bildung, Wirtschaftslehre sowie Philosophie und Religionsunterricht. Die Nebenfächer Datenverarbeitung, Informatik und Sportunterricht bilden die vierte Kategorie.

Dieses inhaltliche Spektrum vermittelt den Schülern eine große Bandbreite an theoretischem Wissen, das nach dem Bestehen der Abiturprüfung sofort angewendet werden kann und den Einstieg in das Studium oder in eine Ausbildung erleichtert.

Anmeldung beim Fachgymnasium

Das Fachgymnasium akzeptiert Schüler, die über einen Realschulabschluss oder eine als gleichwertig geltende Berufsausbildung verfügen. Generell sollten Einsteiger am Fachgymnasium das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Schülern, die eine Fachhochschulreife oder eine abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung vorweisen können, ist es möglich, bei Beibehaltung der Fachrichtung und Erfüllung der Voraussetzungen für Fremdsprachenkenntnisse, sofort in die erste Qualifikationsstufe des Fachgymnasiums aufgenommen zu werden. Um einen Platz an dem gewünschten Fachgymnasium sicherzustellen, sollten die Bewerbungsunterlagen komplett und vor Ende der Anmeldefrist am entsprechenden Fachgymnasium eingereicht werden.

Das Prüfungsverfahren am Fachgymnasium

Nach erfolgreicher Absolvierung des dreijährigen Unterrichts erfolgt die Prüfungsphase zur Erlangung der Hochschulreife. Die Abiturprüfungen finden im vierten Halbjahr der Qualifikationsstufe statt. Geprüft wird in fünf Prüfungsfächern. Davon werden vier Prüfungen schriftlich absolviert und eine mündlich. Eine Kombination aus den Prüfungsergebnissen und den Fächerergebnissen der Qualifikationsstufe ergeben die endgültige Abiturnote. Das Abitur des Fachgymnasiums ermöglicht den Besuch von Hochschulen sowie Universitäten und bietet zukunftsorientiert die Basis für ein erfolgreiches Berufsleben.